Checkliste: Die 31 wichtigsten Fragen Deiner Berufswahl


Mein ausbildungsintegriertes duales Studium bei der Audi AG

Tobias absolviert zurzeit ein ausbildungsintegriertes duales Studium bei Audi. Mit uns hat er über seine bisherigen Erfahrungen gesprochen.

Hallo Tobias, Du absolvierst zurzeit ein ausbildungsintegriertes duales Studium bei der Audi AG. Erzähl uns doch mal kurz: Was studierst Du und welche Ausbildung machst du?

Hallo Matthias! Ich studiere Mechatronik mit dem Abschluss Bachelor of Engineering und habe parallel dazu eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgeschlossen.

Wie läuft Dein duales Studium ab?

Das duale Studium nennt sich StEP-Programm („Studium und Erfahrung in der Praxis“) und dauert insgesamt fünf Jahre. Dieses setzt sich aus einem Bachelorstudium in Regelstudienzeit und einer verkürzten IHK-Ausbildung zusammen. Das Studium beläuft sich auf 7 Semester, also dreieinhalb Jahre, wobei da ein Praxissemester und das Schreiben der Bachelorarbeit bereits mit eingerechnet sind. Die restlichen eineinhalb Jahre bleiben für die Ausbildung. In den Semesterferien bzw. im Praxissemester arbeitet man dann in Abteilungen seiner Wahl bei Audi.

Heißt konkret:
Im September 2013 begann ich das duale Studium bei Audi und absolvierte das erste Jahr meiner Ausbildung.
Es folgten drei Semester Studium an der Technischen Hochschule Ingolstadt, wobei ich in den Semesterferien jeweils bei Audi arbeitete.
Anschließend beendete ich mit einem weiteren halben Jahr meine Ausbildung.
Das nächste halbe Jahr verbrachte ich im Praxissemester bei Bentley in England (genau wie Audi eine Tochterfirma von VW).
Nun stehen mir noch drei Theoriesemester mit jeweils Praxiseinsätzen bei Audi in den Semesterferien bevor. Im letzten Semester werde ich in einer Abteilung meiner Wahl bei Audi meine Bachelorarbeit schreiben.

Bleibt denn neben einem dualen Studium bei Audi noch Zeit Deinen Hobbys nachzugehen?

Durch dieses besondere Konzept des dualen Studiums, was ich gerade erläutert habe, bleibt mir viel Zeit nebenbei, sodass ich gut meinen Hobbys nachgehen kann. Denn während des Studiums bin ich ein ganz normaler Student und während der Ausbildung ein ganz normaler Azubi. Ich muss keinem Job nebenbei nachgehen, da Audi mich auch während des Studiums bezahlt.
Die Praxiseinsätze während der Semesterferien sind dabei eine Bereicherung, denn man lernt sehr viel und arbeitet über einen gewissen Zeitraum wie ein vollwertiger Mitarbeiter in einer Abteilung.
Alles in allem funktioniert es also sehr gut. Denn die einzelnen Abschnitte des dualen Studiums laufen alle geordnet nacheinander ab. Es gibt keine Parallelitäten oder Verschachtelungen und somit wird es einem leichtgemacht, seine Zeit gut einzuteilen und viel Freizeit zu haben.

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Viele Schüler träumen davon bei einem Arbeitgeber wie Audi ein duales Studium zu absolvieren. Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich bei Audi zu bewerben und wie sah der Auswahlprozess aus?

Als Schüler, der noch zwei Jahre vor dem Abitur steht, hat man verständlicherweise meist andere Sachen im Kopf, als sich um seine berufliche Zukunft zu sorgen. Dennoch muss man früh genug anfangen, wenn man ein duales Studium anstrebt. Fast alle Firmen rekrutieren die jungen Leute nämlich ein Jahr vor Beginn des dualen Studiums. Wenn man also sein Abitur im G8-System absolviert, sollte man sich zum Halbjahr der 11. Klasse bzw. zu Beginn von Q1.2 einmal umschauen und potenzielle Interessensgebiete und Arbeitgeber abstecken. Denn das Schreiben der ersten richtigen Bewerbung dauert erfahrungsgemäß lange und die Fristen enden oft schon im frühen Sommer.

Damals war ich mir sicher, ein technisches duales Studium angehen zu wollen und suchte nach einem Unternehmen. Dabei half mir die Bundesagentur für Arbeit sehr. Dort gibt es kostenlose Vermittlungsprogramme für junge Leute, die Unternehmen suchen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Ein freundlicher Mitarbeiter der Arbeitsagentur suchte für mich Vermittlungsvorschläge für Unternehmen heraus, die zu meinem Profil passten. Ich las mir die Vorschläge durch und bewarb mich bei sechs Firmen. Bei Audi hat es glücklicherweise funktioniert.

Nach dem fristgerechten Einsenden meiner Bewerbung musste ich erst einmal ein paar Wochen warten. Dann bekam ich eine E-Mail, in der mich das Personalwesen von Audi zu einem Telefoninterview einlud. Nachdem ich dieses erfolgreich bestanden hatte folgte eine erneute Einladung. Dieses Mal ging es nach Ingolstadt zum Assessment-Center in die Audi-Zentrale. Dort verbrachte ich zwei Tage mit individuellen Tests und Aufgaben, die meine Fähigkeiten in Sachen Teamwork, Präsentationen, Soft-Skills und Arbeiten unter Stress testeten. Alles in allem machten mir die Tage viel Spaß. Am Ende des zweiten Tages wurde mir mitgeteilt, dass ich als einer von 25 dualen Studenten angenommen wurde und im September 2013 anfangen dürfte.

Was lernst Du in Deinem dualen Studium?

Generell bedeutet das Mechatronik-Studium einen Mix aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Genau diese Fächer finden sich auch im Stundenplan wieder. Sei es mit Statik und Dynamik, Elektrotechnik, Messtechnik und Regelungstechnik oder Programmiersprachen in C und Java.
Bei den Studienschwerpunkten kann man zwischen Produktions- und Fahrzeugmechatronik wählen. Dort wird der Fokus dann entweder auf Robotik oder verstärkt auf die Sensorik und Elektrifizierung in Fahrzeugen gesetzt.

Die Ausbildung wird als allgemeiner Mechatroniker bezeichnet. Der Schwerpunkt lag hier auf Automatisierungstechnik.

Was war bisher Dein coolster Moment bei Audi?

In einem solch großen Unternehmen zu arbeiten, bringt einige Annehmlichkeiten mit sich. So sorgt sich Audi sehr um das Wohl und die gute Stimmung der Mitarbeiter und veranstaltet regelmäßig große Events.
Mein coolster Moment war in diesem Zusammenhang der 24h-Lauf, den ich schon zweimal miterleben durfte. In diesem Lauf laufen viele tausend Mitarbeiter in Teams über einen Zeitraum von 24 Stunden durch das Audi Werk. Pro vollendete Runde spendet Audi einen gewissen Geldbetrag für wohltätige Zwecke. Teil dieses Events zu sein, machte wirklich sehr viel Spaß! Nachts um drei Uhr durch die hell erleuchtete Produktionsstraße zu laufen, wo DJs für die entsprechende Musik sorgen und anschließend in der Kantine eine Portion Nudeln und Kaffee zu sich zu nehmen, ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst…

Was gefällt Dir sonst gut an Deinem dualen Studium und an diesem Studienmodell?

Wie oben bereits erwähnt gefällt mir sehr gut, dass man nicht mit Studium und Arbeit überladen wird, sondern immer einen guten Ausgleich findet. Ich kann mich entweder auf die Ausbildung oder das Studium oder die Arbeit konzentrieren und werde nicht überfordert.
Am Studium gefällt mir auch die Technische Hochschule. Denn obwohl Ingolstadt nicht als typische Studentenstadt bekannt ist, macht das Studieren dort schon Spaß. Die Gebäude sind modern und gut eingerichtet. Es ist genügend Budget für eine hochwertige Laborausstattung und neue Computer vorhanden und auch die Professoren sind kompetent.

Ich bin neugierig: Du hast ein Praktikum im Ausland absolviert oder? Erzähl uns davon.

Ja, im Rahmen des dualen Studiums bei Audi habe ich ein Praxissemester im Ausland absolviert. Ich durfte mich von Audi aus bei einem Standort eines Unternehmens innerhalb des VW-Konzerns bewerben. Letztendlich ist es Bentley Motors in Crewe in England geworden. Die Erfahrungen während des halben Jahres waren überaus positiv und sehr wertvoll für die Zukunft. Bentley produziert Luxussportwagen für Kunden mit extragroßem Geldbeutel. Die Perfektion, mit der dort teils in Handarbeit gewerkelt wird, und der Stolz eines jeden Mitarbeiters, für diese Marke arbeiten zu dürfen, werde ich nicht vergessen.

Bei Bentley habe ich in der Abteilung für Infotainment-Entwicklung gearbeitet. Meine Aufgaben waren fordernd und vielfältig, was mich sehr gefreut hat. Darüber hinaus waren meine Kollegen überaus nett und hilfsbereit, sodass ich sofort gut integriert wurde.

Man hört überall, wie nützlich Auslandsaufenthalte sind. Worauf, würdest du sagen, ist besonders zu achten, um den Auslandsaufenthalt sinnvoll zu gestalten?

Auslandsaufenthalte sind definitiv sinnvoll. Sie helfen sowohl in der persönlichen Entwicklung als auch bei der Verbesserung der Karrierechancen für später. Dennoch sollte man nicht blindlings ins Ausland reisen mit der Vorstellung, ein großes Abenteuer zu erleben. Denn so groß die Erwartungen auch sind – die meiste Zeit arbeitet man in dem Unternehmen, das man sich ausgesucht hat. Es ist also sehr wichtig, im Vorfeld mit den Verantwortlichen oder Betreuern zu sprechen, um zu erfahren, welche Aufgaben man absolvieren wird. Es gibt nichts Frustrierenderes, als fünf Tage die Woche nur herumzusitzen und nichts zu tun oder die vollkommen falschen Aufgaben zu haben.
Ein weiterer Faktor, den man nicht unterschätzen sollte, ist die Sprache. Man kann sich einbilden, eine vollkommen neue Sprache zu lernen, wenn man erst einmal in diesem Land ist, doch die Realität sieht oft anders aus. Beispiele dafür sind meine Kollegen, die in Spanien oder Mexiko waren, ohne ein Wort spanisch zu können. Am Anfang hatten sie die Motivation, Sprachkurse zu belegen und fleißig zu Hause zu lernen, doch diese ebbte im Laufe der Zeit sehr schnell ab, als meine Kollegen feststellten, dass doch etwas mehr dazugehört, um sich sicher im Alltag zu verständigen. Letztendlich haben sie sich irgendwie mit einer Mischung aus brüchigem Spanisch und Englisch durchgeschlagen, doch das war nicht ganz der Sinn der Sache. Wertvoller ist es, in ein Land zu gehen, dessen Sprache man bereits in Grundlagen beherrscht und diese dann zu verbessern.
Drittens ist ein Auslandsaufenthalt natürlich dazu da, um Spaß zu haben und viel Neues zu sehen. Guckt euch vorher an, was es im Land zu sehen gibt, fragt Einheimische nach Sehenswürdigkeiten oder besonderen Orten und nutzt die Wochenenden zum Reisen. Man bekommt selten wieder die Chance, ein fremdes Land so intensiv kennenzulernen, deshalb sollte man jede freie Minute nutzen. So hat man am Ende etwas zu erzählen und das Gefühl, dass sich der Auslandsaufenthalt wirklich gelohnt hat.

Welche Voraussetzungen oder Interessen muss ein Schüler bei für das ausbildungsintegrierte duale Studium bei Audi mitbringen?

Audi bietet für sein duales Studium ganz verschiedene technische Studiengänge an. Es geht von Maschinenbau, über Elektrotechnik bis hin zu Wirtschaftsingenieurswesen, wo auch wirtschaftliche Aspekte behandelt werden. Auf jeden Fall sollte man technisch/physikalisch interessiert sein und ein gutes Mathematik-Verständnis mitbringen.
Auch auf die Zeugnisnoten kommt es an. Wer sich bewerben möchte, muss mindestens einen Notendurchschnitt von 2,0 vorweisen können.

Wer jetzt übrigens auf der Audi-Homepage das StEP-Programm sucht und sich auch bewerben möchte: Dieses Programm gibt es seit 2016 nicht mehr. Es wurde abgelöst durch Audi Dual, um sich an die Wünsche junger Leute anzupassen. Vielen war die Gesamtdauer von fünf Jahren nämlich zu lang. Deshalb hat Audi reagiert und mit Audi Dual ein dreijähriges Programm auf die Beine gestellt, das etwas flexibler ist, allerdings keine IHK-Ausbildung enthält. So werden letztendlich die zwei Jahre eingespart.
In seinen Grundsätzen orientiert sich Audi Dual aber stark am StEP-Programm und so trifft alles, was ich bisher geschrieben habe, auch auf Audi Dual zu, wenn man von der Ausbildung absieht.

Wenn Ihr die formalen Voraussetzungen für Audi Dual erfüllt, technikinteressiert seid und in Audi einen interessanten Arbeitgeber seht, solltet Ihr euch auf jeden Fall in Ingolstadt bewerben. Alleine das Auswahlverfahren mitzumachen, ist ein großes Erlebnis und eine Erfahrung, die Euch immer weiterhelfen wird. Vielleicht schafft Ihr es ja, bei Audi angenommen und ein Teil dieses riesigen Konzerns zu werden.

Vielen Dank für das ausführliche Interview, Tobias! 🙂

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Matthias
 

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