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Nach der Schule ins Ausland? Ein Experteninterview mit der INITIATIVE-Auslandszeit

Deine Schulzeit neigt sich endlich dem Ende zu und Du hast erstmal genug davon, die Schulbank zu drücken? Dann nutze Deine Chance und bereise die große weite Welt. Lerne neue Kulturen kennen oder verbessere Deine Sprachkenntnisse. Auch während oder nach einem Studium oder einer Ausbildung finden sich spannende Möglichkeiten für eine Auslandszeit. Um Dir einen Überblick über die Vielfalt unterschiedlicher Optionen aufzuzeigen, haben wir ein Experteninterview mit Jane geführt. Jane ist seit mehreren Jahren bei der Initiative-Auslandszeit tätig und gibt Dir im folgenden Interview Expertentipps für den passenden Zeitpunkt, Möglichkeiten & den Planungsprozess einer Auslandszeit.

1. Hallo Jane, mit der INITIATIVE Auslandszeit unterstützt ihr Schüler auf ihrem Weg ins Ausland. Für wen kommt ein Auslandsaufenthalt überhaupt in Frage?

Grundsätzlich kann jeder, der offen gegenüber einem neuen Land ist (inkl. Menschen & Kultur), sich zu einer Auslandszeit in fremde Länder aufmachen. Für verschiedene Auslandsaufenthalte wie etwa Work & Travel, Au Pair, Farm- und Rancharbeit oder ein Auslandspraktikum, gibt es aber natürlich noch weitere Voraussetzungen die erfüllt werden müssen. Hierzu können zum Beispiel Altersbegrenzungen, Visavorschriften, persönliche Referenzen oder ein gültiger Führerschein gehören.

Am besten eignet sich ein Auslandaufenthalt für Schulabsolventen, da der Zeitpunkt zwischen Schule und weiterer Karriere oft noch Fragen aufwirft, ein Blick über den Tellerrand immer sinnvoll ist und im Ausland wertvolle Soft Skills, internationale Berufserfahrung und zusätzliche Sprachkenntnisse erworben werden können.

Natürlich gibt es auch für Studenten, junge Berufstätige oder Personen mit Fachkenntnissen Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt. So gibt es verschiedene Organisationen und Auslandsaufenthaltsformen, die speziell auf diese Zielgruppen ausgerichtet sind. Es werden immer mehr Möglichkeiten geschaffen um auch ihnen eine Auslandszeit zu ermöglichen.

2. Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es grundsätzlich, nach dem Schulabschluss ins Ausland zu gehen?

Die wohl beliebtesten Auslandszeiten nach dem Abitur sind Work & Travel, Freiwilligenarbeit bzw. Volunteering, Auslandspraktika und der Klassiker Au Pair. Alle diese Formen des Auslandsaufenthaltes ermöglichen einen ersten Einblick in die Berufswelt und vermitteln einen recht guten Eindruck in die fremde Kultur im Gastland.

Weitere Möglichkeiten für all diejenigen, die nicht so viel Zeit mitbringen sind zum Beispiel: Sommerjobs in klassischen Summercamps, Sprachreisen, Hotelarbeit, Farm- und Rancharbeit oder auch ein Auslandssemester.

Wer direkt nach der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium startet hat aber den Zug noch nicht verpasst. Auch während des Studiums, direkt danach oder später im Beruf gibt es noch Möglichkeiten für eine Auslandszeit – beispielsweise in den Semesterferien, im Wartesemester oder als berufliche Neuorientierung. Meist ist man dann nur nicht mehr so flexibel, wie man es direkt nach der Schule noch ist. Man sollten sich also möglichst frühzeitig Gedanken machen, wann man eine Auslandszeit am besten einplanen kann!

3. Was steckt hinter dem Begriff „Wwoofing“?

Unter Wwoofing versteht man die Arbeit auf einem ökologischen Bauernhof gegen Kost & Logis (also gegen kostenlose Unterkunft und Verpflegung). Konkret steht Wwoof für World Wide Opportunities on Organic Farms – diese Art von Job kann man also weltweit ausüben. Man registriert sich einmalig beim Wwoof-Netzwerk im gewünschten Land und erhält dann über einen Login-Bereich Zugriff auf Adressen von Farmen, die entsprechende Wwoof-Jobs zu vergeben haben. Wwoofing bietet sich vor allem an, wenn man gerne längere Zeit an einem Ort bleiben und Kosten sparen möchte. Genügend Job-Angebote sind meist landesweit verfügbar, so dass man ebenfalls gut rundreisen kann. Beachten sollte man jedoch, dass diese saisonabhängig und somit schnell „vergriffen“ sein können. Eine frühe Planung kann sich in der Hauptsaison auszahlen.

4. Kann man ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auch im Ausland absolvieren?

Ja, es gibt die Möglichkeit ein FSJ oder FÖJ auch im Ausland zu absolvieren. Hierbei gilt es die Bewerbungsfristen zu beachten, da es sich um staatlich geförderte Freiwilligendienste handelt und die Plätze begrenzt sind. Ein FSJ oder FÖJ bedeutet außerdem, dass man sich selbst um eine Einsatzstelle im Ausland kümmern und dann eine dazu passende Entsendeorganisation finden muss. Alternativ gibt es neben den klassischen Freiwilligendiensten auch flexible Freiwilligenarbeit aus dem gewerblichen Bereich. Einige Spezialreiseveranstalter haben es sich zur Aufgabe gemacht Projekte anzubieten, die sich für kürzere Aufenthalte eignen, weitere Einsatzbereiche abdecken und auch in der Länderauswahl ein sehr großes Spektrum aufweisen.

>> Allgemeine Infos zu allen Formen der Freiwilligenarbeit im Ausland finden Interessenten auf www.freiwilligenarbeit.de

5. „Erstmal ins Ausland gehen und chillen!“ – Viele Schüler haben Angst, dass ein Auslandsaufenthalt nicht gut im Lebenslauf ankommt. Wie würdest Du das bewerten?

Es kommt immer darauf an, um welche Art von Auslandsaufenthalt es sich handelt und was man aus der Zeit im Gastland macht. Wer sich offen gegenüber einer neuen Kultur zeigt, bemüht ist seine Sprachkenntnisse zu erweitern und möglichst viel an Erfahrung aus dem Ausland mitnimmt, kann seine Erfahrungen aus dieser Zeit meiner Meinung nach immer gut verkaufen. Denn wer sich für eine längere Zeit in einem fremden Land behaupten kann und dort sogar seinen eigenen Lebensunterhalb verdient, steigert in jedem Fall wichtige Soft Skills wie Selbstvertrauen, Organisationstalent und Toleranz. Hinzu kommen die erweiterten Sprachkenntnisse und je nach Auslandsaufenthalt auch erste Berufserfahrungen, ggf. sogar auch die Erweiterung bereits vorhandener Fachkenntnisse. Diese Erfahrungen qualifizieren für den globalen Arbeitsmarkt und sind heutzutage mehr als gefragt!

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6. Worin siehst Du die wesentlichen Vorteile, vor einem Studium oder einer Ausbildung ins Ausland zu gehen?

Die Zeit nach der Schule ist eine Phase des Umbruchs und der Entscheidungsfindung – aus meiner Sicht deshalb ideal für eine Orientierungsphase im Ausland! Da heute internationale Erfahrungen und Sprachkenntnisse in fast allen Jobs eine wichtige Rolle spielen, ist ein Auslandsaufenthalt für jeden sinnvoll, der das nötige Selbstvertrauen mitbringt. Besonders beim Work & Travel oder einem Auslandspraktikum kann man sich hervorragend in verschiedenen Arbeitsbereichen ausprobieren und seine bereits vorhandenen Sprachkenntnisse verbessern. Wer beispielsweise später im sozialen oder medizinischen Bereich arbeiten möchte, kann als Volunteer in einem entsprechenden Freiwilligenprojekt aktiv werden. Wer etwas mehr Sicherheit möchte und besonders tief in den Alltag der neuen Kultur eintauchen will, kann zum Beispiel als Au Pair in einer Gastfamilie leben. Es gibt für jeden die richtige Auslandszeit.

Für all diejenigen, die für ihre Karriere nicht grundsätzlich Fremdsprachenkenntnisse oder internationale Berufserfahrung benötigen, ist eine Auslandszeit natürlich trotzdem eine Bereicherung. Es werden wichtige Soft Skills erweitert, man knüpft internationale Kontakte und wagt den Schritt aus der heimischen Komfortzone. Das kommt nicht nur bei Personalverantwortlichen gut an, sondern auch fast immer im privaten Umfeld.

7. Eignet sich ein Auslandsaufenthalt auch zur Überbrückung eines Wartesemesters vor dem Studium?

Auf jeden Fall! Eine Auslandszeit im Wartesemester ist nicht nur perfekt, um die Wartezeit zu überbücken und die Welt zu entdecken, sondern um direkt auch wichtige Erfahrungen zu sammeln. Sowohl in persönlicher als auch beruflicher Hinsicht. Super sinnvoll wird ein Wartesemester vor allem dann, wenn man die Zeit inhaltlich mit dem gewünschten Studium in Verbindung bringt.

8. Wie lässt sich ein Auslandsaufenthalt mit der eigenen Berufsorientierung verbinden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich im Rahmen eines Auslandsaufenthalts schon in Richtung berufliche Zukunft zu orientieren. Wer zum Beispiel etwas mit Sprachen oder Kultur studieren möchte, kann seine Sprachkenntnisse während einer Auslandszeit in einem passenden Zielland schulen. Im sozialen und medizinischen Bereich gibt es sehr viele spannende Volunteer-Projekte, die einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag liefern können. Wer noch nicht genau weiß, ob das gewünschte Studienfach überhaupt das richtige ist, kann als Work & Traveller versuchen, einen Job im studienbezogenen Bereich zu finden. Je nach Land gibt es dafür unterschiedlich breitgefächerte Angebote – vor allem aber in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie oder beispielsweise Sport. Für alle Festentschlossenen mit klarem Berufswunsch bieten sich Fachpraktika in unterschiedlichsten Ländern und Einsatzbereichen an.

Nicht selten richtet man sich nochmal neu aus und der Berufswunsch wird noch einmal überdacht. Ein Auslandsaufenthalt ist demnach nicht nur als Orientierung, sondern auch als Hilfsmittel zur Selbsteinschätzung /-findung zu sehen, da man einfach sehr viel über die eigene Persönlichkeit und seine Fähigkeiten lernt.

9. Welche Auslandszeiten eignen sich besonders gut für einen eher kurzen Aufenthalt?

Wer nach dem Abitur direkt in ein Studium starten will oder z.B. die Semesterferien sinnvoll nutzen möchte, hat meist nur einige Wochen oder wenige Monate Zeit, um ins Ausland zu gehen. Dies ist jedoch kein Ausschlusskriterium für eine Auslandszeit! Viele Organisationen bieten Work & Travel Starterpackages an, die einen schnellen und unkomplizierten Start im Ausland möglich machen. Inklusive sind hier meist wichtige Planungsschritte wie die Unterstützung bei der Visumsbeantragung, Flugbuchung, Auswahl der richtigen Auslandskrankenversicherung sowie Tipps zu Jobsuche, Unterkunft & den ersten Schritten im Ausland. Auch im Bereich der Freiwilligenarbeit gibt es inzwischen Anbieter mit flexiblen Angeboten, die einen mehrwöchigen Aufenthalt in einem Volunteer-Projekt weltweit möglich machen.

Weitere Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte, die für eine kurze Dauer geeignet sind, sind zum Beispiel Sommerjobs als Kinder-Betreuer im Summercamp, Hotelarbeit, ein Schnupperstudium – auch „Summer Sessions“ genannt, Farm- und Rancharbeit, Wwoofing oder die klassische Sprachreise (schon ab 1 Woche möglich). Au Pair-Aufenthalte sind hingegen eher langfristig ausgelegt und selten unter 12 Monaten möglich (Ausnahme: Europa).

Mein Tipp: Wer einen kurzen Auslandsaufenthalt plant, sollte sich im Voraus über Anmeldefristen, Voraussetzungen und Programmverfügbarkeiten informieren. Besonders in der Hauptsaison zwischen Juni und September kann es sonst zu Engpässen bei Programmplätzen kommen. Alle großen Programmanbieter stellen hierzu entweder die notwendigen Informationen auf ihren Webseiten zur Verfügung oder beraten auch gerne telefonisch.

10. Wo kann man sich als Schüler informieren, wenn man ein Auslandspraktikum absolvieren möchte?

Wer ein Auslandspraktikum machen möchte findet auf www.auslandsjob.de umfangreiche Informationen zu möglichen Einsatzbereichen, Ländern & aktuelle Praktikumsstellen von unterschiedlichen Anbietern und Organisationen. Auf den entsprechenden Informationsseiten der einzelnen Länder gibt es nicht nur Tipps zu den größten Unternehmen des Landes, sondern auch eine Auflistung von deutschen Unternehmen vor Ort. Mit Hilfe der Informationsseiten, sowie ein wenig Recherche, kann man sich ein Auslandspraktikum auch selbst organisieren und die Kosten einer Organisation sparen.

Wenn Du Dich grundsätzlich für das Thema Auslandsaufenthalt interessierst, dann schau mal auf www.initiative-auslandszeit.de vorbei. Hier findest Du alle notwendigen Informationen rund um einen Auslandsaufenthalt und ein Engagement im Ausland. Wie Du in diesem Interview gesehen hast, kannst Du Deinen Auslandsaufenthalt auch super mit der eigenen Berufsorientierung verbinden.

Initiative-Auslandszeit-Jane-Jordan

Über Jane Jordan:
Jane Jordan ist seit 4 Jahren bei der INITIATIVE auslandszeit tätig und leitet dort die Redaktion. Täglich befasst sie sich in ihrem Job mit Aufgaben zum Thema Auslandsaufenthalt, hat Kontakt zu jungen Menschen & Eltern, die sich mit der Planung einer Auslandszeit beschäftigen und tauscht sich mit Kollegen, Bloggern und weiteren Insidern über entsprechende Auslandserfahrungen aus. Sie selbst hat nach dem Abitur ein Jahr als Au Pair in den USA verbracht und ist erst kürzlich von einer mehrwöchigen Australien-Reise zurückgekehrt.

 

Fertig mit dem Abitur und noch keinen Plan, wie es weitergehen soll? Hier haben wir Dir 21 Wege nach dem Abitur zusammengestellt.

Matthias
 

Wir wissen wie schwer es ist, die eigene Berufsorientierung zu meistern und sich im Bewerbungsprozess gegenüber anderen Bewerbern durchzusetzen. Aufgrund dessen haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Dir Deinen Berufseinstieg und -umstieg so einfach wie möglich zu gestalten. In unserem Blog findest Du viele praxiserprobte Tipps für Deine Karriere!

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